FIM Rabenstunde

  • Jeden 2. und 4. Mittwoch von 21 - 22 Uhr

Obscure Cammermusiq.
Frankfurts Indeterminables Musiqwesen (FIM):

Die Rabenstunde, veranstaltet von der kleinsten Minorität Frankfurts für andere Excentricer, opponiert gegen ein imperialistisches Kulturverständnis, nach dem zwar Hervorbringungen aller möglicher "Ethnien" (ersetzt den Rassenbegriff mit etwa gleicher Bedeutung) zunehmend integriert werden, aber nur wenn sie den Begriffen der Kulturindustrie commensurabel sind.

Die subtilen, discreten, raffinierten Traditionen, welche, wenn nicht alle so doch diverse Kulturen hervorgebracht haben, fallen dabei zugunsten hirnlosen Geschrammels und Gestampfes unter den Tisch. Selbiges gilt dieweil auch für die "westliche" Tradition: Wann immer man das Radio einschaltet dröhnen entweder kryptofaschistische Popmärsche, überlagert vom angedreht pathetisch-sentimentalen Gebrüll standardisierter Cretins oder symphonische Gewaltorgien des 19. Jh. oz. aus den Lautsprechern.

Ein populistischer Journalist hat jüngst in den U.S.A. ein Buch publiziert mit dem Titel: "Riding Alone is Riding with Bin Laden". Das Collectiv als einzige Rettung gegen die vermeintliche Gefahr, wer sich absondert ist böse, das ist FASCHISTISCHE PROPAGANDA auf die der Populismus geradewegs hinausläuft. Dieser Mann wird in Talkshows herumgereicht, er scheint nur durch gewisse Kritik an der gegenwärtigen Außenpolitik zu provocieren, der Rest ist schon Mainstream. Für die Kritik (er glaubt nicht, daß man jetzt den 'Irâq bombardieren solle, obgleich er generell für mehr "ass-kickin' by the U.S.A." ist) entschuldigt er sich mit der Beteuerung, daß er die U.S.A liebe, sie seien das beste Land, nicht bloß anders, sondern besser als islamische Länder (was immer das sei), Menschenrechte, freie Wahlen (!) etc. seien BESSER als Autokratie und beheading. Lieber von einem Islamischen Gericht wegen genau definierter Verbrechen zum Kopfabschlagen verurteilt werden als von korrupten U.S. Advocaten und autokratischen, aus Wahlbetrug und von der Industrie finanzierten Werbecampagnen hervorgegangenen Politcliquen auf den elektrischen Stuhl gebracht zu werden, weil man nicht auf dem Heeresweg mitmarschiert. Möglichst jedoch: neither.

Deshalb steht diese Sendung gewissermaßen auf einer geistigen Barrikade, ob auch gleich die zu Gebote stehenden Waffen denen der Kulturindustrie quantitativ kläglich unterlegen sind.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!