Sendetipps
RARE COUNTERFEIT VINYL
Mittwoch, 7. Januar 2026, 23 - 2 Uhr
Es wird später.
Dinge, die tagsüber falsch aussehen, fangen an, Sinn zu ergeben.
Nicht weil sie besser werden.
Sondern weil niemand mehr hinsieht.
Platten drehen sich, obwohl sie es eigentlich nicht dürften.
Labels stimmen nicht. Katalognummern auch nicht.
Manches klingt vertraut, anderes gefährlich nah daneben.
Das reicht.
Siegfried Zorn legt auf.
HAL9000 auch.
Keiner erklärt etwas.
Warum auch.
Hier wird nichts richtiggestellt.
Nichts eingeordnet.
Nichts legitimiert.
Es läuft, weil es läuft.
Und weil es immer gelaufen ist, weil niemand niemals fragt.
Wenn etwas hängen bleibt, dann nicht wegen der Herkunft.
Sondern wegen des Moments, in dem man kurz vergisst,
dass irgendwer irgendwann beschlossen hat,
wie es zu klingen hat.

ALEXANDER KONSTANTINOWITSCH GLASUNOW (1865 – 1936)
Sonntag, 25. Januar 2026, 21 - 22 Uhr
Montag, 2. Februar, 16 - 17 Uhr (Wdh.)
Diesmal geht es um den russischen Komponisten Alexander Konstantinowitsch Glasunow (1865 – 1936), ein wahres Wunderkind seiner Zeit, hat er doch bereits mit 16 Jahren als Schüler von Nikolai Rimski-Korsakow seine 1. Sinfonie komponiert. Als hervorragender Orchestrator wurde er, ähnlich wie sein Freund und Vorbild Tschaikowski, zum Mittler zwischen der „nationalrussischen“ und der westlich orientierten Musikkultur, eine Rolle, die er zwischen 1905 und 1928 auch während seiner Zeit zuerst als Professor für Komposition und Instrumentation am berühmten Sankt Petersburger Konservatorium und später als dessen Leiter beibehielt. Obwohl traditionellen Musikformen verhaftet – man nannte ihn auch den „Russsichen Brahms“ –, scheute Glasunow sich andererseits nicht, zwei Stücke für das damals ausschließlich als Instrument für Jazz und Unterhaltungsmusik definierte Saxophon zu schreiben und so auch neue Wege zu gehen.

Alexander Glasunow (1887), Gemälde von Ilja Jefimowitsch Repin